Das Malspiel

MALORT: achtsam-Zentrum
Hauptstraße 98, 2344 Ma. Enzersdorf

1x in der Woche kommt die/der Malende in den Malort, nimmt sich ein Blatt vom Stapel und sucht sich einen Platz an der Wand. Ich befestige es mit 4 Reisnägeln, 2 steckt es selbst hinein. Es geht zum Palettentisch in der Mitte des Raumes, nimmt sich einen Pinsel, taucht seine Spitze einmal in das dazugehörige Wasserschälchen und darauffolgend in das Farbnäpfchen und beginnt zu malen.

In den nächsten 60 Minuten kann sich eine einzigartige Äußerung entfalten. Das Gemalte ist im Gegensatz zum Kunstwerk an keinen Empfänger gerichtet. In der Geborgenheit des Malortes, ohne Ablenkung und Außendruck und durch die wertfreie Haltung der betreuenden Person, entsteht eine besondere Äußerung. Wenn Menschen malend ihren eigenen Impulsen folgen können, tritt weltweit die gleiche Entwicklung von Formen und Strukturen auf, die aus einer inneren Notwendigkeit entsteht.

Arno Stern nannte dieses Phänomen „Formulation“.

„Das einmalige an der Formulation besteht darin, dass sie über alles Beabsichtigte hinaus, über Gefühle, Erlebnisse und Empfindungen (die gegebenenfalls noch mit anderen Mitteln geäußert werden können) auch Ausdruck dessen ist, was in der organischen Erinnerung aufgezeichnet ist und wofür es keine andere Ausdrucksmöglichkeit gibt“

(Arno Stern)

Im Malspiel wird sich der Mensch seiner ureigenen Fähigkeiten und seiner Eigenständigkeit bewusst.

Dafür sind einige Bedingungen notwendig:

  • ein geschützter Raum (ohne Beobachter und Ablenkung)
  • Malen ohne Vorgaben
  • bunt gemischte Gruppen (Verschiedenheit ist begrüßenswert, schließt Vergleich und Leistungsdruck aus)
  • keine Kommentare zu den Bildern
  • jeder malt alleine auf seinem eigenen Blatt und gleichzeitig benutzen alle gemeinsam den Palettentisch, so entsteht eine Verbundenheit mit allen Anwesenden
  • Betreuung durch den Malortdienenden (keine Belehrung oder Animation aber handwerkliche Hilfestellung und dienende Handreichungen)

Es gibt kein Spiel ohne Spielregeln!

Der richtige und achtsame Umgang mit dem Material ist wichtig. So wird es geschont und ist länger haltbar. Der Verstand bekommt eine Beschäftigung und die Spur kann so spontan und leicht auf dem Papier entstehen. Die gemalten Bilder verbleiben im Malort, da sie keine Kunstwerke darstellen, die betrachtet werden wollen. Die Spur des Einzelnen wird so geschützt vor Kommentaren und Interpretationen.

Von der Notwendigkeit der Kommunikation befreit, entsteht die Spur des Einzelnen, die wiederum einem Universalgefüge angehört. Das Malspiel ist eine Erfüllung für jeden Menschen, es bewirkt vieles aber vor allem lustvolles Tun und Freude!

Marianne Mairhofer 0664-4118867, Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!
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